Das Weltbild der Traditionellen Chinesischen Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), insbesondere der Taoismus, geht davon aus, dass alles aus dem Tao - dem Alles & Nichts, dem Anfang & Ende, der Großen Einheit - entsteht. Somit kommt auch der Mensch aus dem Tao und tritt mit dem Moment der Geburt in den Dualismus - in die Welt der Gegensätze von Yin & Yang - ein. Da wir aus der großen Einheit kommen, sind wir auch mit allem Geschaffenen verbunden, d.h. wir Mensch sind eingebunden in den Kosmos und ein Teil des Kosmos und unterliegen denselben Gesetzmäßigkeiten wie die Natur. Qi - die Vitalenergie - ist in allem Lebendigen immanent. Qi fließt auch durch uns Menschen und erhält uns am Leben. Versiegt der Qi-Fluss bedeutet das den Tod.

 

Die Traditionelle Chinesische Medizin lehrt, dass sich der Makrokosmos im Mikrokosmos widerspiegelt. Unser Sonnensystem zum Beispiel ähnelt unserem Modell der Atome und die Abfolge der Jahreszeiten finden wir im Kleinen auch im Tagesablauf wieder. So wie das Jahr von den Jahreszeiten Frühling, Hochsommer, Spätsommer, Herbst und Winter geprägt ist, ist unser ganzes Leben von den 5 Wandlungsphasen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser - auch die 5 Elemente genannt - geprägt. Überall finden wir diese 5 Wandlungsphasen, die TCM ordnet ihnen nicht nur die Jahreszeiten zu sondern z.B. auch die Lebensphasen, die Emotionen, die Organe, die Nahrungsmittel, die Farben und den Geschmack.

 

Wie das Wort Wandlungsphase andeutet, ist immer alles in Bewegung, in Fluss. Für die TCM fließt in allem Lebendigen Qi, jede Behinderung des glatten Qi-Flusses bedeutet eine Beeinträchtigung der Gesundheit. Krankheit entsteht, wenn diese Behinderung über längere Zeit besteht; bleibt der Qi-Fluss ganz stehen, sind wir tot. Jedes Nahrungsmittel, jede Emotion, jede Aktivität sowie unser Lebensrhythmus haben einen Einfluss auf unseren Qi-Fluss – wir haben es täglich in der Hand, wie es uns gesundheitlich geht!